"Kurier" vom 08.10.2009
Ressort: Chronik
Seite: 20
Ausgabe: N.�.,Morgen

Beratungspraxis

Lernen will gelernt sein

Auch Lernen will gelernt sein. Davon kann Susanne Zeiler ein Lied singen. Die 44-Jährige aus Felixdorf, Bezirk Wr. Neustadt, hilft Kindern und Jugendlichen, ihre Schulprobleme durch "Lerntraining" zu lösen. Zeiler ist ausgebildete Lebens- und Sozialberaterin mit der Fachrichtung Familienberatung. "Denn bei Schulproblemen leiden nicht nur die Kinder, sondern immer öfter auch die Eltern", sagt sie. Der Familien-Coach war selbst einmal eine Betroffene. Während ihrer Schulzeit gab es für Legastheniker keine Therapie. "Ich hab' mich deshalb vom ersten Schultag an selbst mit Legasthenie beschäftigt." Später machte sie auch das Diplom zur Legasthenie- und Lerntrainerin.

Spielerisch

Anstatt viele Euros in Nachhilfe zu stecken, lernen Kinder bei Zeiler das Lernen neu. Zu Beginn der Einzeltrainings wird eine Anamnese gestellt, der Lerntyp erforscht, die Schwäche ausgelotet. "Das passiert spielerisch." Oft sind es einfach nur Konzentrationsschwächen. Manchmal ist aber Legasthenie das Problem. Aber ohne Fleiß kein Preis: Gemeinsam mit dem Kind werden Ziele definiert - etwa fünf Fehler beim Abschreiben. "Das ist ein Motivationsfaktor." Eltern können sich nicht so leicht aus der Verantwortung stehlen, wie bei herkömmlichen Nachhilfestunden. "Es ist wichtig, dass ein Elternteil dabei ist, der das Training zu Hause fortsetzt." Damit es gar nicht erst zum Fünfer in Deutsch kommt, hält Zeiler Präventionsworkshops ab. "Lerne Lieber Leichter!", heißt der Titel der Kurse für Eltern und Kinder. "Die Kinder bekommen die Werkzeuge für ein erfolgreiches Lernen." Inhalt des Kurses: Wie, wann und wo lernt man am besten, was fördert die Konzentration und welcher Lerntyp bin ich. Also alles, was man für eine erfolgreiche Schulkarriere braucht.

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